Das absolute Ich: Stephan Ullrich liest Heinrich von Kleist

Das absolute Ich: Stephan Ullrich liest Heinrich von Kleist


Nichts ist mächtiger als das Individuum um 1800, so scheint es: Die neue Leitwissenschaft der Anthropologie, aber auch die Künste haben entscheidend daran mitgewirkt, dass das Ich sich entdeckt, Gefühl und Verstand intensiver auslotet und seine Hoffnungen oder Wünsche fast ins Unendliche ausdehnt. Bei Kleist wird der Überschwang noch einmal gesteigert – schlägt aber auch in Bedrohtheit um: Zwischen Verstand und Einbildungskraft, Tier- und Engeldasein, Kreatürlichem und rationalen Gesellschaftsansprüchen gerät das Ich in die Krise.
Kleists Texte haben eine sehr eigene Klangfarbe und auch einen speziellen Rhythmus. Stephan Ullrich, mit dem wir in den letzten Jahren unsere großen Roman-Lesereihen gestaltet haben, hat ein Repertoire aus gemischten Texten zu einem langen Nachmittagsprogramm zusammengestellt – vorgetragen werden Dramenmonologe (z.B. Penthesilea, Prinz Friedrich von Homburg), Erzählungen (Das Erdbeben in Chili), Briefe und Essays.


25. Februar 2018
16.00 Uhr
TheaterTotal
Am Eickhoffpark 7
44789 Bochum